Wie programmiert man eine Industrieanlage? Was passiert im Labor einer Chemielaborantin? Und wie entsteht eigentlich ein Flaschenöffner aus Metall? Antworten auf diese Fragen erhielten 16 Schülerinnen aus Wiesbaden, Hofheim und Idstein bei den Praxistagen von Girls4MINT beiInfraServ Wiesbaden– und das nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch.
Gleich zu Beginn der Praxistage tauchten die Mädchen in die Welt der Automatisierung ein: An einer kleinen Laboranlage lernten sie, wie speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) funktionieren – eine Technik, die in der Industrie zur Steuerung komplexer Prozesse eingesetzt wird. Die Schülerinnen programmierten einfache Abläufe und konnten so nachvollziehen, wie aus digitalen Befehlen reale Bewegungen werden. An den folgenden Tagen ging es handwerklich zur Sache: In der Werkstatt fertigten die Teilnehmerinnen ihren eigenen Flaschenöffner – vom ersten Sägeschnitt bis zum letzten Gewindegang. Dabei lernten sie zentrale Techniken der Metallbearbeitung wie Bohren, Feilen, Sägen und Gewindeschneiden kennen. Der Stolz über das selbst gefertigte Werkstück war groß – und das handwerkliche Geschick der Mädchen beeindruckend. Ein weiteres Highlight für die Mädels war dann das Chemielabor. Dort erhielten sie spannende Einblicke in die Ausbildung zur Chemielaborantin. Sie durften selbst einfache Versuche durchführen und erfuhren, wie der Beruf zur Qualitätssicherung und Forschung im Industriepark beiträgt.
Ein besonderes Highlight waren die Erkundungen im Industriepark Wiesbaden: Die Mädchen besuchten die biologische Abwasserreinigungsanlage, erkundeten die Rheininsel Petersaue und warfen einen Blick hinter die Kulissen der Werkfeuerwehr.
Projektleiterin Julia Behle betont: „Girls4MINT zeigt, wie vielfältig und sinnstiftend MINT-Berufe sein können. Die Teilnehmerinnen erleben, dass sie mit technischem Know-how aktiv zur Gestaltung unserer Zukunft beitragen können – sei es durch nachhaltige Technologien, Digitalisierung oder Innovation.“
Die Praxistage bei InfraServ Wiesbaden haben nicht nur Begeisterung geweckt, sondern auch Perspektiven eröffnet. Neben einem individuellen Feedback zu ihren MINT-Kompetenzen und Softskills erhielten sie zusätzlich noch ihr MINT-Teilnahmezertifikat im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung mit Eltern, Unternehmen und der Agentur für Arbeit.
